Projekt Bermuda
Projekt Bermuda
war ein studentisches Projekt, in dem ein Point-and-Click-Adventure mit einer in C++ selbst entwickelten Game-Engine und einem in Profan² geschriebenen visuellen Editor namens Visual Bermuda.Handlung
Im Mittelpunkt des Spiels steht der Protagonist Harry Blum, der durch einen Unfall mit seinem Fernseher in eine chaotische Medienwelt hineingezogen wird. Diese Welt ist eine überzeichnete Mischung aus Krimiserien, Western und Science-Fiction-Formaten. Harry begegnet dort skurrilen Figuren, die er bisher nur als fiktive Fernsehcharaktere kannte, und versucht, einen Weg zurück in die Realität zu finden. Unterstützt wird er dabei von der geheimnisvollen Lucy, während zwielichtige Gestalten und absurde Situationen seinen Weg immer wieder erschweren.
Die Handlung ist als humorvolle Satire auf klassische Film-Noir- und Krimigenres angelegt. Das Spiel nutzt Anspielungen auf bekannte Fernsehklischees und übertreibt diese bewusst. Ziel ist es, den Spieler durch eine unterhaltsame, nonlinear erzählte Geschichte zu führen, die den Charme traditioneller Point-and-Click-Adventures aufgreift und gleichzeitig kritisch mit medialen Erwartungshaltungen spielt.
Spielprinzip und Technik
„Harry Blum got Zapped“ folgt dem klassischen Spielprinzip von Point-and-Click-Adventures. Der Spieler erkundet verschiedene Schauplätze, spricht mit Charakteren, sammelt Gegenstände und löst Rätsel, um in der Geschichte voranzukommen. Die Interaktionen erfolgen über eine grafische Benutzeroberfläche, die stark an Genrevorbilder wie „Monkey Island“ oder „Day of the Tentacle“ angelehnt ist. Dialoge, humorvolle Situationen und das kombinatorische Lösen von Aufgaben gehören zu den wesentlichen Inhalten.
Technisch basiert das Spiel vollständig auf der eigens entwickelten Bermuda Game Engine. Diese in C++ programmierte Engine interpretiert sogenannte BXML-Dateien, ein spezielles XML-Format, in dem der komplette Spielablauf definiert wird. Grafiken, Animationen, Sounds und logische Abläufe werden dabei unabhängig vom Programmcode verwaltet. Die Engine nutzt DirectX und bietet Funktionen wie z-Buffering, Animationen, Lichtquellen und eine eigene Skriptsprache mit rund 50 Befehlen.
Zur Erstellung der Inhalte wurde die visuelle Entwicklungsumgebung „Visual Bermuda“ in Profan² entwickelt, mit der der Content inhaltsfokussiert gestaltet werden kann.
Grafikstil
Der künstlerische Stil des Spiels zeichnet sich durch real gebaute Modelle, gezeichnete Hintergründe und digital erstellte Elemente aus. Insgesamt treten zehn zentrale Figuren auf, die jeweils über individuelle Animationen und Persönlichkeiten verfügen. Ergänzt wird die visuelle Gestaltung durch einen eigens komponierten Soundtrack, der die humorvolle und überdrehte Atmosphäre des Spiels musikalisch unterstützt.
Entwicklung und Veröffentlichung
Das Projekt Bermuda entstand in den Jahren 2002 bis 2003 im Rahmen eines Projektsemesters des Studiengangs Multimedia an der Fachhochschule Augsburg. Nach Abschluss der Entwicklungsphase wurde „Harry Blum got Zapped“ als lauffähiges Spiel für Windows im Internet veröffentlicht. Die Bermuda Engine wurde parallel als eigenständiges Werkzeug präsentiert, das auch für weitere Spiele oder multimediale Anwendungen eingesetzt werden könnte.
Team
- Holger Göbber, Projektleitung
- Philipp Berger, Programmierung
- René Bühling, Programmierung
- Marco Planke-Jorge, Design
- Daniel Hirschnitz, Design
- Christian Schmidt, Animation, Musik
- Thomas Lippl, Animation
Links
- Projekt-Darstellung auf Netzspannung.org








